Holly und Fella
Fella
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Am 17.10.2004 sahen wir im Fernsehen die Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“. Es wurde die Beaglehündin „Kira“ aus dem Tierheim Wermelskirchen vorgestellt. Eine sehr kleine Hündin und sehr süß. Besonders in Ulli kribbelte es. Mini, süß, verschmust! Er meinte, Püppy wäre ja doch ein Mammahund und er möchte nun auch einen Hund haben.

 

Nun gut. Ich bin ja zu allen Schandtaten bereit und so haben wir uns die kleine Kira nochmals im Internet angesehen und uns dann entschlossen, Montag im Tierheim anzurufen. Außer Kira sollten ja noch elf weitere Beagle dort auf neue Familien warten.

 

Am Montagmorgen telefonierte sich Ulli einen Wolf, um Verbindung zum Tierheim zu bekommen. Auf gut Glück stiegen wir ins Auto und machten uns auf den Weg. Achtzig Kilometer von uns, im tiefen Tal und in der Einöde bei Sellscheid, lag das Tierheim Wermelskirchen.

 

Wir konnten uns Kira und die anderen Beagle auch anschauen, aber sie waren leider schon alle vermittelt. Frau Ditges bat uns, am nächsten Tag wiederkommen, dann würde eine neue Meute direkt aus dem Labor (vermutlich von Bayer Leverkusen) kommen. Wir hätten dann auch die Möglichkeit, uns einen Hund aussuchen zu können. Also waren wir auch nicht so sehr enttäuscht, dass sie alle vermittelt waren, denn die neuen Besitzer bekamen ihre Beagle quasi zugeteilt. Da auch das letzte Wort zum neuen Familienmitglied unsere Püppy haben sollte, waren wir direkt froh, dass wir am nächsten Tag unseren Hund aussuchen durften.

 

Wir füllten einen Antragsbogen aus. Frau Ditges selektierte damit sofort, ob wir für einen Laborbeagle in Frage kommen würden. Sie war sehr von Püppy angetan und daher auch der Ansicht, dass wir besonders geeignet sind und so eine kleine arme Socke bei uns das richtige Zuhause  haben würde.

 

Nun konnten wir ja noch eine Nacht darüber schlafen, ob wir dies auch wirklich wollten. Anrufen und absagen ging ja noch. Wir haben uns aber auch alles nochmals überlegt, im Internet rescherschiert, nach Erfahrungsberichten gesucht, aber danach war es uns ganz mulmig, ob wir es wagen sollten, so ein kleines armes Etwas aufzunehmen.

 

Manche Berichte waren nicht so rosig, da war das Zusammenleben gar nicht so einfach. Es gab dort auch keinen Leithund und zum Tierpsychiater zu müssen, ist immer der letzte Schritt und man muss dann zugeben, dass man es nicht geschafft hat, mit den Tierproblemen fertig zu werden. Allerdings sagten wir uns auch, wenn aus dem Tierchen ein fröhlicher Hund werden würde, dann auch, wenn Püppy das mit in die Hand nimmt. Schließlich wollten wir ja auch für sie einen Kameraden oder eine Kameradin zum Spielen. Denn Beagle sind nun mal Meutetiere und einmal wöchentlich Hundeplatz, wenn das Wetter es zulässt, reicht da nicht aus.

 

Nach dem Motto „Püppy wird’s schon richten“ fuhren wir dann am nächsten Tag (Dienstag) wieder nach Wermelskirchen. Wir waren viel zu früh dort, wurden aber doch zu den Tieren gelassen, die vier Stunden vorher noch im Labor gewesen waren. Bei der Gelegenheit erzählte uns Frau Ditges vom Tierheim, dass sich weit über dreihundert Anrufer (letzter Stand: 430) allein für Kira interessiert haben.

Einen Namen hatten wir bereits ausgesucht. Felix für einen Rüden und Fella für eine Hündin. Wir ließen uns zuerst einen Rüden aus dem Zwinger holen und Püppy und er sollten mal zeigen, ob sie sich mögen.

 

Leider war der Rüde schon sofort sehr aufdringlich und Püppy mochte ihn gleich gar nicht. Sie knurrte und schnappte nach ihm und damit war das Thema Rüde vom Tisch.

 

(Wir hätten ihn sofort kastrieren lassen müssen, damit wir auch beide mal allein lassen können, wenn Püppy läufig ist. Auch wenn wir nicht vorhaben, mit Püppy zu züchten und es bei den Laborbeaglen nicht erlaubt ist, finde ich für meine Tiere die Kastration nur bei Krankheit der Geschlechtsorgane notwendig, da Wesensveränderungen auch problemhaft sein können. Bei Hündinnen mehr als bei Rüden, aber eben nicht voraussehbar.

Und was das Krebsrisiko bei einer Hündin angeht, kann ich nur sagen, dass unsere letzte Hündin (Epagneul Breton) immerhin vierzehn Jahre alt wurde, ohne geworfen zu haben und sich erst im letzten Lebensjahr Knoten bildeten. Wenn eine Kastration aber als Ausrede gilt für zweimal im Jahr Unannehmlichkeiten, so kann man hier auch eine medikamentöse Lösung finden.)

 

Ulli suchte nun also die kleinste und niedlichste Hündin mit den längsten Ohren heraus. Mal sehen was Püppy nun meint. Sofort wedelten sich beide an. Schnuppern und aufgeregt umeinanderlaufen, ging alles nicht schnell genug. Püppys Schwanz drehte sich wie beim Hubschrauber der Propeller und sie sagte uns damit, die oder keine.

 

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren und wir von Frau Ditges noch einige Ratschläge bekamen und unterschrieben hatten, nicht mit Fella zu züchten, gings ab Richtung Heimat. Wir hatten  unseren zweiten Beagle.